Batbait: Dirty Clothes

In dieser unaufgeräumten Welt sind nur noch drei Dinge sicher: der Tod, die Steuern und der Waschtag. Batbait aus Zürich geben unserem Tumblergang der Gefühle Wort und Sound. Einfühlsame Beobachtungen und ausgeklügelter Garage Rock geben sich die Hand zum Tanz auf diesem rundum gelungenen Debütalbum.

DAIF: alles was mir hend wölle isch alles (und alles was mir becho händ isch chalt)

Würde für den besten Albumtitel des Jahres ein FIFA-WM-Pokal verliehen, dann täte sich Salt Bae neben DAIF hinstellen und um ein Selfie betteln. Ob Punk, Cloud Rap oder Electro-Pop: Hauptsache Lo-Fi, wobei die Abkürzung bei diesen in Herzblut geschriebenen Songs für Love Fidelity steht.

Alas the Sun: Wild Honey Inn

Leider müssen wir das Messer in ein grosses Glas Schade Marmelade tauchen: Kurz vor Jahresende haben Alas the Sun das Ende ihres musikalischen Duos verkündet. Sandro Raschle musiziert fortan alleine unter dem Pseudonym. Doch wird «Wild Honey Inn» damit vielleicht gleich noch von etwas mehr zärtlicher Magie umweht. Eine süsse und melancholische Erinnerung eines zu schnell vergangenen Sommers.

Hanreti: The Afterdark

Wir haben soeben das Resultat von James Camerons Buzzfeed Quiz «Which Swiss Indie Band Are You?» reinbekommen: Mit dem Konzeptalbum «The Afterdark» haben die Luzerner eine epische Grossproduktion geschaffen, die trotz antarktischer Stimmung niemanden kalt lässt. HIER haben wir die Band zum Interview getroffen.

The Oskars: The Oskars

Richtig guter Indie Rock lässt das Kloster im Dorf. Das wissen auch The Oskars aus St. Gallen. Treibende Gitarrenriffs, fiebriger Gesang: Schon klacken wir mit dem Fersen unserer Chelsea Boots. In ihrer EP spielen The Oskars das Camden Town ca. 2002 Lebensgefühl auf den Punkt,  ohne dabei in die Retrofalle zu tappen.

Bahnhofbuffet Chancental: Morn (Wird no viel schlimmer)

Stell dir vor, du hast dir die Füsse für die Alpstein-Wanderung wund gelaufen und jetzt ist das Pommes-Chips-und-Kägi-Fret-Körbchen im Bergrestaurant leer geplündert. Ostschweizer Enttäuschung vom Leben gräbt halt einfach noch etwas tiefer und besonders furios wurde sie im, uh, Autotune-Grunge von Bahnhofbuffet Chancental auf den Punkt gebracht.

Kalabrese: Let Love Rumpel (Part 2)

Wie steht schon im 1. Korinther: «Die Liebe ist geduldig und freundlich, die Liebe rumpelt und humpelt». Oder so ähnlich. Bei Kalabrese rumpelt und humpelt die Liebe nachts um 4 Uhr die Zürcher Langstrasse runter, auf der Suche nach dem nächsten Kick. Rave und Jazz knutschen auf diesem Album in einer schummrigen Ecke vom Zukki und wir dürfen alle verstohlen hinsehen und mitgrooven.

Giulia Dabalà: Gold

Neben Batbait veröffentlichte eine weitere Gewinnerin des renommierten M4Music «Demo of the Year»-Awards in diesem Jahr ihr Debütalbum: Giulia Dabalàs in der Dunkelheit schillernder Electro-Pop fasziniert durch vielschichtige Kompositionen und fesselt vom ersten bis letzten mystischen Klang.

Tim Freitag: Brick by Brick

Hat es uns das Musikvideo zu Tim Freitags Single «Brick by Brick» ein kleines bitzeli angetan? Möglich. Vielleicht. Wir haben einen ganzen Artikel darüber geschrieben, who knows. Doch wäre dieses Schaulaufen der Stoffverwertung nicht annähernd so hinreissend, würde dazu nicht einer der eingängigsten Refrains des Jahres mitspielen.

Sensu: Numéro LDN

Im Juni feierte London «the mother of all parties». Grund war irgend so ein Thronjubiläum für eine Seniorin, die ein paar Wochen später tot war. Hätten die Briten doch besser die von der englischen Hauptstadt inspirierte EP der Badener Electro-Produzentin zelebriert. HIER haben wir Sensu zum Interview getroffen.

Hermanos Gutiérrez: El Bueno Y El Malo

So smooth wie ein frisch rasierter Kaktus zupfen die Gutiérrez-Brüder entspannte Wild-West-Melodien aus ihren Gitarren. Da lässt sich auch Dan Auerbach (The Black Keys) nicht zwei Mal bitten und gibt im Song «Tres Hermanos» ein Gastspiel. Nur einer von vielen Höhepunkten auf diesem fulminanten Instrumental-Album.

Melday: All I Wanna Do Is Climb

Die Five-Star-Soulstimme hatte sie schon immer. Den Mut zum musikalischen Experiment verfolgt Melday aber auf dieser EP so konsequent wie noch nie. Das Resultat sind fünf verspielte Songs, that don’t play around and go straight to your heart. HIER haben wir Melday zum Interview getroffen.

Elio Ricca: Luna Park

Hereinspaziert! Auf ihrem zweiten Album bitten die beiden St. Galler mit Songs wie «Rainbow» zur stylischsten Geisterbahnfahrt der Welt. Wie es vier Hände schaffen, so viel Wumms in die Kompositionen zu packen? ¯\_(ツ)_/¯.  Einfach zurücklehnen und den psychedelischen Synth-Rock-Trip geniessen.

Moonpools: Damaged Goods

Shoegazing mit dem Kopf in den Sternen: Die Band aus Basel kreiert auf ihrer Debüt-EP mit vier Songs einen faszinierenden Sog zwischen Euphorie und Melancholie. Schon lange hat dieses Genre nicht mehr so hinreissend geklungen wie hier. HIER haben wir Moonpools zum Interview getroffen.

Valentino Vivace: Meteoriti

Auf seinem Debütalbum appelliert VaVi an unseren Sanremo State of Mind. Und wir folgen ihm noch so gerne unbesockt auf den Italo-Dancefloor. Diesen hat der Tessiner für eine neue Generation aufpoliert und wir rufen verzückt «Mamma mia, Daddy Cool!». Denn kaum ein anderer Sound hat uns in diesem Herbst so viel Spass bereitet.

Fräulein Luise: Kleine Freiheit

Kleine Freiheit, grosse Hoffnung: Nämlich darauf, dass die Zukunft der Zürcher Indie-Pop-Band eine besonders glänzende sein wird. Ihre smarten Texte und sympathischen Songs dieser Debüt-EP geben auf alle Fälle Anlass dazu. HIER haben wir Fräulein Luise zum Interview getroffen.

Kings Elliot: Bored of the Circus

Kaum eine andere Künstlerin aus der Schweiz startete in diesem Jahr international so steil durch wie Kings Elliot. Im Vorprogramm von Imagine Dragons tourte die Schwyzerin durch die grossen Stadien der USA. Flankiert wurde der Erfolg vom Release dieser introspektiven Pop-Blockbuster, zu denen man sich unter der Decke verkriechen oder die ganze Welt umarmen will.

Pet Owner: Natural Behaviour

Den abenteuerlichen DIY-Pop von Pet Owner schliesst man ins Herz wie ein Kindergärtner sein erstes Meerschweinchen. Das Solo-Projekt von Lea Mathis (Little Fellow) veröffentlichte in diesem Jahr ein schillerndes Debütalbum, schier überbordend von Ideen und Soundtüfteleien und geerdet von der bezaubernden Gesangsstimme der Luzernerin.

Panda Lux: Blumen I – IX

Der Samen, den Panda Lux für ihr Album einpflanzten, war stets der gleiche. Doch aus ihm erblühten neun grundverschiedene Songs zu einem wundervollen Bouquet. «Blumen I – IX» präsentiert das gleiche Lied in neun Versionen, mitunter dank Hilfe von Stahlberger und Mine. Ein ambitioniertes Projekt, das vollends aufgeht.

Enola Reverof:  Bury

Forever alone? Nicht mit Songs wie diesen. Mit ihrer Debütsingle «Bury» hebt die Luzernerin ein enigmatisches Amalgam aus Dream Pop und Indie Rock aus dem Grund. Mit 90s (Sound-)Ästhetik wird das aktuelle Lebensgefühl einer grossen Orientierungslosigkeit auf den Punkt gebracht und gibt all den verloren herumstolpernden Seelen einen wohligen Anhaltspunkt.

Naomi Lareine: Girl Next Door

Ihre eigene queere Lovestory hat Naomi Lareine in die EP «Girl Next Door» verpackt. Sehr persönliche Lyrics, die bombastische Stimme der Zürcherin und eine überaus experimentierfreudige Produktion ergeben dabei einen der spannendsten Schweizer R&B-Releases seit langer Zeit.

Zeal & Ardor: Zeal & Ardor

Auf ihrem dritten Album loten Zeal & Ardor weiter die Grenzen des Metals aus, um sich im nächsten Schritt darüber hinweg zu setzen. Dabei betreten die Basler erhabenes musikalisches Neuland und besiedeln es mit Synthies und Jazz, ohne dabei Aggression oder Heavyness abgraben zu müssen.