Stell dir vor es ist Sommer und kein Avenger rettet das Universum. Das bisherige Kinojahr fiel C-Wort bedingt einige Nummern kleiner aus. Nichtsdestotrotz gab es – nebst Hollywoods Repeat-Taste – einige sehr schmucke Bijoux in unseren Lichtspielhäusern zu entdecken und bewundern. Wer sich also in den vergangenen Wochen einen Geschmack für Filmschaffen abseits vom Popcornknuspern und Mainstream angeeignet hat – oder diesen eh schon immer verinnerlicht hat, you cool kid – sollte sich die kommenden Tage freihalten.

1998 fand im Zürcher Kino Xenix das erste Videoex Festival statt; ein Anlass, der sich exklusiv dem Experimentalfilm verschrieben hat und diesen auf grosser Leinwand und mit viel Liebe zum Detail präsentiert. Inzwischen ist die Videoex einige Häuser weiter in den Walcheturm gezogen, vom Format ist das Festival aber weiterhin einzigartig in der Schweiz. Auch für dieses Jahr wurde ein formidables Programm kuratiert – unter anderem mit Gastland Argentinien im Fokus. Einige der Vorstellungen werden mit Live-Acts flankiert, Workshops und Panels vervollständigen das Erlebnis. Besonders gespannt sind wir dabei auf folgende drei Highlights:

Laure Prouvost Werkschau

Sie verwirrt und überrascht, amüsiert, provoziert – und verschlingt das Publikum in einem Sog aus Bewegtbildern und Mixed-Media-Installationen: Laure Prouvost gewann mit ihren Werken bereits den renommierten Turner Prize, 2019 vertrat sie ihre französische Heimat an der Biennale in Venedig. Das Videoex zeigt ihre beiden Werke «A Subterranean Journey» und «From the Personal to the Universal».

Charlotte Prodger Trilogie

Im März feierte die jüngste Kreation der Britin Weltpremiere in der Tate Modern. Jetzt wird die Video-Trilogie «Stoneymollan Train», «BRIDGIT» und «SaF05» zum ersten Mal ausserhalb der weltberühmten Galerie gezeigt. Tagebuchartig verwebt Charlotte Prodger darin persönliche Erlebnisse, löst Fragen über Existenz und Identität aus. Alltägliche Motive gewinnen dadurch eine hypnotische Wirkung und geben ihnen neue, überraschende Bedeutung.

collectif_fact Werkschau

Die Gruppierung aus Neuchâtel samplet auf furiose Weise Popkultur und dekonstruiert auf charmante Weise unsere Seh- und Hörgewohnheiten. Zweimal gewannen collectif_fact damit den Swiss Art Award, ihre Installationen werden inzwischen rund um den Globus ausgestellt. An der Videoex sind Annelore Schneider, Claude Piguet sowie Swann Thommen (welcher 2002 bis 2009 dem Kollektiv angehörte) mit neun Filmen vertreten.

Die Videoex 2020 findet vom 11. bis 20. September statt. Das vollständige Programm sowie alle weiteren Infos findest du HIER. Ausserdem verlosen wir HIER zwei Tagespässe für ein Programm deiner Wahl.